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Disney macht 3D-Objekte auf Touchscreens fühlbar
publiziert: Mittwoch, 9. Okt 2013 / 08:22 Uhr
Dasselbe Prinzip hat Disney Research schon 2010 für «TeslaTouch» genutzt.
Dasselbe Prinzip hat Disney Research schon 2010 für «TeslaTouch» genutzt.

Pittsburgh/Bristol/St. Andrews - Forscher bei Disney Research haben einen Ansatz entwickelt, der sehr flexibles taktiles Feedback auf Touchscreens verspricht.

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Ein neuer Algorithmus soll nicht einfach nur 3D-Texturen fühlbar machen, sondern beispielsweise auch Erhöhungen auf topografischen Karten und sogar Details in Videos fühlbar machen. Technische Grundlage dafür ist eine künstliche Veränderung der Reibung zwischen Finger und Touchscreen.

Details zur aktuellen Arbeit präsentiert das Disney-Team im Rahmen des aktuell laufenden ACM Symposium on User Interface Software and Technology. Dort sind sie nicht die Einzigen, die neue Ansätze für taktiles Feedback bei Tochscreens zeigen. So präsentieren Forscher der University of Bristol am Freitag mit «UltraHaptics» ein Ultraschall-basiertes System, das fühlbares Feedback noch vor dem eigentlichen Anfassen von Touchscreens verspricht.

Haut-Trick

Während Tactus Technology für taktile Touch-Displays wirklich auf physische Erhebungen setzt, trickst das Disney-Team. «Unser Gehirn nimmt 3D-Unebenheiten auf Oberflächen hauptsächlich durch Information wahr, die es durch Hautdehnung bekommt», weiss Ivan Poupyrev Leiter der Pittsburgher Interaction Group bei Disney Research. Das machen sich die Forscher zunutze, indem sie durch sogenannte Elektrovibration für mehr Reibung zwischen Finger und Display sorgen. Dadurch dehnt sich die Haut anders und das Gehirn glaubt, eine Unebenheit zu fühlen.

Dieses Prinzip hat Disney Research schon 2010 für «TeslaTouch» genutzt, doch der neue Algorithmus versprich eine viel breitere Anwendbarkeit. «Der traditionelle Zugang zu taktilem Feedback ist eine Bibliothek vorgefertigter Effekte», erklärt Disney-Research-Ingenieur Ali Israr. Damit sei es aber schwer, dynamische Inhalte wirklich fühlbar zu machen. Der neue Algorithmus dagegen erlaubt es, das taktile Feedback dynamisch an die visuellen Inhalte anzupassen - soll also beispielsweise auch Video-Streams wirklich dreidimensional fühlbar machen. Das könnte neue Anwendungsmöglichkeiten für taktile Displays eröffnen.

Touch liegt in der Luft

Während der Disney-Ansatz letztlich sogar für Smartphones interessant sein könnte, zielt das Team aus Bristol mit UltraHaptics eher auf grosse Multitouch-Flächen ab, wie sie beispielsweise bei öffentlichen Informationssystemen zum Einsatz kommen können. Auch hier ist die Idee, Information fühlbar zu machen, der technische Ansatz jedoch ein ganz anderer. Es kommt eine Anordnung von Ultraschall-Signalgeber zum Einsatz, die haptisches Feedback praktisch direkt auf die Hand projizieren.

Das funktioniert, weil geeignet an einem Punkt zusammentreffende Schallwellen fühlbare Reize auf der Haut schaffen. Im Gegensatz zum Disney-Trick ist es dabei gar nicht nötig, die Touch-Oberfläche wirklich zu berühren - sie wird schon vorher fühlbar. Damit soll UltraHaptics völlig neue Interaktionsmöglichkeiten schaffen. Den Bristoler Forschern schweben beispielsweise Gestensteuerung mit Bewegungen in der Luft oder zusätzliche taktile Informationsschichten vor.

(ig/pte)

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