Digital Upbeat: «Fuck MySpace»
publiziert: Montag, 6. Sep 2010 / 12:21 Uhr / aktualisiert: Montag, 6. Sep 2010 / 17:53 Uhr
Mit seiner Aussage «Fuck MySpace - Die wissen nicht was Sie tun», sollte Mark Zuckerberg recht behalten.
Mit seiner Aussage «Fuck MySpace - Die wissen nicht was Sie tun», sollte Mark Zuckerberg recht behalten.

Mit «Ping» wertet Apple seinen Musik-Verwaltungs-Dienst iTunes auf. Nach etlichen Social Media Misserfolgen will auch Google mit dem Game-Universum «Google Me» Facebook die Stirn bieten. Im September geht das dezentrale Netzwerk «Diaspora» online. Ist das hochgradig gefährlich für Facebook?

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Weiterführende Links zur Meldung:

Universities
Facebooks exklusives Uni-Netzwerk als Treffpunkt und virtuelle Einkaufsmeile für Studenten.
facebook.com/Universities

CollegeOnly
Eine Alternative für Studierende an US-Universitäten zu Facebook.
collegeonly.com

Buchtipp: Facebook Effect
Internetspezialist David Kirkpatrick über den Aufstieg von Facebook zum Social Media Imperium.
facebook.com/thefacebookeffect

Die Macher von Facebook besinnen sich mit «Universities for Facebook», einem Netzwerk für US-Studenten, auf Ihre Wurzeln. Könnte man meinen: Der Platzhirsch, der 500 Millionen registrierte Mitglieder zählt, wappnet sich in Wahrheit gegen die Invasion von Mitstreitern: Communities schiessen derzeit aus dem Boden wie die Pilze.

Für den Gründer des brandneuen sozialen Netzwerkes «CollegeOnly» ist Facebook nicht, was es mal war: «Früher ging es nur um das Tauschen von Bildern, die Interaktion mit Freunden und Events», sagt Weinstein der New York Times.

Mit dem «Diaspora» wollen US-Studenten jetzt ihren Mitgliedern mehr Kontrolle über Ihre persönlichen Daten geben. Der Unmut über Facebooks laxe Datenschutzpolitik wächst.

Social Media als Verkaufsmotor

Wie schnell sich Nutzer von einem sozialen Netzwerk abwenden, zeigt die jüngste Geschichte von MySpace: 2008 galt der Dienst für Musiker noch zu den populärsten Seiten der Welt. Jetzt häufen sich die Gerüchte über einen Verkauf und Googles Geldsegen bleibt vorerst aus. Und schon schliesst Steve Jobs mit «Ping» - einer «mehr auf Musik fokussierte Alternative zu Facebook» - die klaffende Lücke der Musik-Communities. Sein Verwaltungsdienst bietet sich für die im Facebook-Universum bewährten Dienste an. Der Dialog rund um Musik wird ein Verkaufsmotor sein. Marketingexperten sagen, ganze 90 % vertrauen den Empfehlungen von Bekannten.

Google entert Social Media

Während die Nutzerschaft bei anderen Social Networks bröckelt und Monetarisierungs-Modelle fehlen (der US-Internetkonzern AOL verkaufte im Frühsommer Bebo), tritt auch Google mit neuen Produkten gegen Facebook an: «Google Me» ist ein soziales Netzwerk für Online-Spieler. Der Kauf des Social Network-Spezialisten Angstro durch Google ist ein weiteres Indiz für den Frontalangriff auf Facebook. Letzterer sei auf das Sammeln von Facebook-Daten spezialisiert. Im August hat man sich die Applikations-Spezialisten «Slide» (182 Mio. Dollar) und im Juli die Online-Game-Schmiede «Zynga» (100 Mio. Dollar, Produzent von «Farmville») an Bord geholt.

Noch vor Weihnachten eröffnet der Suchgigant auch einen Onlineshop für Musik, der sich mit Sicherheit den Dialog der Musik-Fans zu Nutze machen wird.

Schulterschluss gegen Google

Wenn ich an die rasante Verbreitung von Smartphones - Handys mit Internetzugang - denke, ist es absehbar, dass Apple und Google das Sagen bei «Mobilen Communities» haben werden. Für Social Shopping ist Apples Ping-Netzwerk prädestiniert, docken sich doch alle iPhone/iPad-Nutzer unter Angabe Ihrer Kreditkarteninformationen an den iTunes Music Store an.

Die zunächst geplante Verknüpfung des Ping-Accounts mit dem sozialen Netzwerkgiganten Facebook, wurde aufgrund von «lästigen Bedingungen» in letzter Sekunde gestoppt. Nutzer hätten mit der Funktion «Finde Freunde über Facebook» das Ping-Netzwerk nach Facebook-Freunden durchsuchen können.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass das Unternehmen aus Cupertino über Jahre hinweg nicht ins Social Media Terrain vorpreschte. Facebook Inc. mit Sitz im kalifornischen Palo Alto, konkurrierte hingegen Apple beim Musikverkauf nicht.

Steve Jobs investierte schon Ende 2004 in Mark Zuckerbergs Studentennetzwerk TheFacebook: Pro neues Mitglied der Apple-Fansite bezahlte er einen Dollar. Monatlich jedoch mindestens 50'000 Dollar.

Im Dschungel der Neuerscheinungen im Musikmarkt dienen Empfehlungen von Freunden als Kompass. Dazu scheint mir iTunes ein relevanteres Umfeld zu sein als Facebook.

Die Strategie von Mark Zuckerberg

Mit seiner Aussage «Fuck MySpace - Die wissen nicht was Sie tun» aus dem Jahre 2005 (Quelle: The Facebook Effect von David Kirkpatrick), sollte er recht behalten. Die Freude über Murdochs Deal mit Google aus dem Jahre 2006, der dem Medienkonzern Newscorp. 900 Millionen Dollar einspielte, sollte nur von kurzer Dauer sein. Zuckerberg hat recht, wenn er dem Mehrwert für die Facebook-Nutzer als Erfolgsfaktor für ein soziales Netzwerk mehr Gewicht beimisst, als kurzfristigem Gewinn. In diesem Geist, hatte er im Jahr 2006 die 800- Millionen-Dollar-Offerte seitens Viacom (MTV) abgelehnt. Ähnlich wie im Musik-Business, lassen sich auch im Internet Meister Ihres Genres nicht aus dem Hut zaubern. Anderen fehlt Zuckerbergs eiserner Wille: So hat der Doktorand Orkut Buyukkokten, der zwei Wochen vor dem Start von «TheFacebook» mit «Club Nexus» im Jahre 2004 eines der ersten Social Networks für Studenten startete, sein Talent vielleicht zu voreilig an Google verkauft.

(Kevin Lancashire/news.ch)

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