Das Nokia N80 im Test
publiziert: Dienstag, 1. Aug 2006 / 15:52 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 1. Aug 2006 / 16:56 Uhr

In der Fachwelt wurde das Nokia N80 lange erwartet. Das neue Serie60-Gerät unterstützt UMTS und WLAN.

Zum einen erinnert das N80 mit seiner ausziehbaren Tastatur an den Fotohandy-Klassiker Nokia 7650, zum anderen gilt es aber auch als Nachfolger von Geräten wie dem Nokia 6680 oder dem Nokia N70. Es basiert allerdings schon auf der neuen Version des Symbian-Betriebssystems, die auch bei anderen aktuellen Nokia-Smartphones der N-Serie zum Einsatz kommt. teltarif.de hatte Gelegenheit, das N80 ausführlich unter die Lupe zu nehmen.

Das Telefon ist 95,4 mal 50 mal 26 Millimeter gross und wiegt 134 Gramm. Damit gehört das Gerät zwar ganz sicher nicht zu den Fliegengewichten unter den aktuellen Handys. Dafür steckt aber auch viel Technik in dem Gerät. Etwas störend ist die Dicke des Smartphones, die eher an einen PDA als an ein Handy erinnert. Dadurch ist das Telefon nicht mehr unbedingt zum Tragen in der Hosentasche geeignet.

GSM-Quadband, UMTS und WLAN

Die technischen Möglichkeiten überzeugen dagegen. Im GSM-Bereich werden die Frequenzbereiche um 850, 900, 1800 und 1900 MHz unterstützt. Damit kann man auch in allen amerikanischen GSM-Mobilfunknetzen telefonieren. Ferner bucht sich das Gerät in die UMTS-Netze ein. Dabei kann ausgewählt werden, ob man - je nach Verfügbarkeit - beide Standards oder nur GSM bzw. UMTS nutzen möchte.

Nokia hat somit ein Manko, das es bei früheren UMTS-Geräten gab, behoben. Ältere Modelle unterstützten zwar den Dualmode und den reinen GSM-Betrieb, es war aber nicht möglich, die Telefone ausschliesslich im UMTS-Modus zu betreiben. Das jedoch kann in manchen Situationen durchaus Sinn machen - nämlich dann, wenn UMTS-Netz schwach, aber stabil vorhanden ist, so dass die Versorgung für Datenverbindungen noch ausreicht. In solchen Fällen wäre es bei Dualmode-Betrieb ärgerlich, wenn das Handy selbstständig ins GSM-Netz umschaltet, so dass keine Breitband-Übertragungen mehr möglich sind.

Smartphone-Flaggschiff

Immerhin hat Nokia für Datenfans vorgesorgt und neben GPRS im GSM-Netz auch die Nutzung des EDGE-Standards vorgesehen, der im Falle des N80 nach Hersteller-Angaben Datenübertragungen von bis zu 236,8 kBit/s im Downstream bzw. 177,6 kBit/s im Upstream ermöglicht.

Im UMTS-Modus sind mit dem Nokia N80 Downloads mit bis zu 384 kBit/s und Uploads mit bis zu 64 kBit/s möglich. Der neue HSDPA-Standard wird nicht unterstützt. Das ist für Kunden, die das Handy auch als Modem für ein Notebook verwenden wollen, sicherlich ein Nachteil.

Bluetooth, Infrarot und USB-Schnittstelle

Für Verbindungen mit anderen Geräten gibt es den bei aktuellen Nokia-Telefonen üblichen Pop-Port, der mittels des mitgelieferten Datenkabels mit einem USB-2.0-Anschluss des Computers verbunden werden kann. Drahtlose Verbindungen sind über Bluetooth und eine Infrarot-Schnittstelle möglich.

Die Bluetooth-Schnittstelle unterstützt auch das SIM Access Profile, das z.B. für Verbindungen mit dem Nokia-Autotelefon 616 von Vorteil ist, da hier lediglich die SIM-Karten-Informationen aus dem Handy bezogen werden, während die gesamte Funktechnik über den Einbausatz im Auto erfolgt.

VOIP ist denkbar

Neben GSM und UMTS hat das N80 aber auch die WLAN-Funktechnik an Bord. Dabei wird sogar der Standard 802.11g unterstützt. Über WLAN kann das Handy an lokalen Hotspots bzw. dem heimischen DSL-Zugang genutzt werden. So ist es möglich, über den im Gerät bereits vorhandenen html-Browser im Internet zu surfen, E-Mails zu lesen und zu verschicken oder mittels entsprechender Zusatz-Software Instant-Messaging-Dienste zu nutzen. Denkbar ist auch, dass es künftig Voice-over-IP-Software für das Nokia N80 gibt.

Die Einrichtung des WLAN-Zugangs ist schnell und unkompliziert machbar. Zunächst wird das gewünschte Netz ausgewählt, anschliessend lassen sich ggf. noch Zugangs- und Verschlüsselungsdaten eingeben. Danach kann der jeweilige Hotspot genutzt werden.

Einfache Konfiguration

Noch einfacher ist die Einrichtung für WAP, Web und MMS über GPRS im GSM- und UMTS-Netz. In der Regel wird die eingelegte SIM-Karte automatisch genannt und anschliessend werden - ebenfalls automatisch - die Zugänge für das jeweilige Netz eingerichtet. Klappt dies nicht, so gibt es auch noch einen Settings Wizard, mit dem sich E-Mail-Konten für die gängigsten Provider und Online-Zugänge für nahezu alle GSM-Netzbetreiber auf Knopfdruck konfigurieren lassen.

Beim Einschalten des Handys fällt auf, dass der Boot-Vorgang leider ähnlich lange dauert wie bei den Vorgänger-Modellen. Der Netzempfang ist auch in Gebieten mit schwacher Funkversorgung recht gut. Die Sprachverständlichkeit überzeugt, während die Lautstärke vor allem in lauter Umgebung etwas zu wünschen übrig lässt. In ruhiger Umgebung ist die Kommunikation aber gut möglich.

Brillanter Display

Das Aktivmatrix-Farbdisplay bietet eine Auflösung von 352 mal 416 Pixel und stellt bis zu 262 144 Farben dar. Die Darstellung ist klar und brillant. Das kommt dem Nutzer nicht nur beim Surfen im Internet, sondern auch beim Betrachten von Fotos zugute. Die eingebaute 3-Megapixel-Digitalkamera kann Standard-Aufnahmen und Serien-Aufnahmen machen. Auch ein Selbstauslöser steht zur Verfügung. Die Qualität der Fotos war bei unserem Test sehr unterschiedlich. Vor allem Nahaufnahmen klappten nie in guter Qualität. Ausserdem ist die Reaktionszeit der Kamera zu langsam. Dafür bietet die im Telefon installiere Software die Möglichkeit, Bilder bei Bedarf nachzubearbeiten.

Bereits vorinstalliert ist auch die Software für den Kodak Mobile Service. Diese ermöglicht es, mit dem Handy «geschossene» Bilder als Papierfoto zu bestellen. Dabei können die Foto-Dateien per GPRS direkt an Kodak übermittelt werden. Ebenfalls schon im Telefon vorhanden ist eine Software, die es erlaubt, die Aufnahmen direkt vom Handy aus in einen Foto-Blog zu stellen.

Browser bietet gute Darstellung

Der schon erwähnte Internet-Browser macht einen guten Eindruck. Die Darstellung der Inhalte wird an das Handy-Display angepasst und die Navigation ist recht komfortabel gestaltet. Allerdings passierte es bei längeren Surf-Sessions, dass der Browser einfror oder sogar das Telefon neu bootete. Ähnliche Effekte waren auch in der Vergangenheit schon bei Symbian-Smartphones zu beobachten.

Der im Telefon integrierte E-Mail-Client unterstützt die Protokolle POP3 und IMAP4. html-Mails werden leider teilweise nur als Quelltext angezeigt, so dass sich der eigentliche Inhalt nur erahnen lässt. Dafür besteht die Möglichkeit, einzustellen, dass das N80 in regelmässigen Abständen den Posteingang nach neu eingegangenen Mails überprüft.

N80 als MP3-Player

Nokia hat - wie schon bei früheren Smartphones - einen Office-Viewer integriert. Damit lassen sich Word-, Excel- und Powerpoint-Dateien betrachen, aber leider nicht bearbeiten. Das würde zwar mit der Handy-Tastatur sicher ohnehin nur sehr mühsam funktionieren. Allerdings bietet der Hersteller auch für das N80 eine externe Tastatur als Zubehör an, die per Bluetooth mit dem Handy verbunden wird und so auch die Eingabe und das Bearbeiten von Texten bequem ermöglicht.

An Mails anhängende Dateien lassen sich direkt im Handy anzeigen. Auch Links zu Internet-Seiten können in Mails angeklickt werden. In diesem Fall öffnet sich anschliessend der Browser und die jeweilige Seite wird angezeigt. Wenn allerdings die E-Mail-Software und der Browser gleichzeitig geöffnet sind und auch noch aufwändige Seiten angezeigt werden, ist der Prozessor des Nokia-Handys oft überfordert und das Betriebssystem des Smartphones stürzt ab. In solchen Fällen gab es im Test mehrfach den Effekt, dass das Telefon neu bootete.

Bislang kaum Zusatz-Software

Der interne Speicher des Telefons kann durch Mini-SD-Speicherkarten ergänzt werden. Das macht vor allem dann Sinn, wenn viel Zusatz-Software installiert oder zahlreiche Daten gespeichert werden sollen. Zusatz-Software ist derzeit allerdings noch ein Problem, denn für die dritte Generation der Serie60 ist noch nicht viel verfügbar und Programme, die für ältere Geräte konzipiert wurden, laufen auf den neuen Handhelds nicht.

Bereits erhältlich ist beispielsweise RoadSync, eine Software, die den direkten Datenabgleich mit einem Microsoft-Exchange-Server ermöglicht. Auch den Agile Messenger, eine Instant-Messaging-Software, die mehrere Dienste wie ICQ, AIM, MSN und Yahoo! unterstützt, gibt es bereits für die neuesten Nokia-Handymodelle,

Multimedia-Features

Neben Kunden, die vor allem telefonieren wollen, und Business-Profis, die auch mobile Datendienste nutzen, kommen auch Online-Profis mit dem Nokia N80 auf ihre Kosten. Der Hersteller hat ein UKW-Radio eingebaut, das über eine - in den schweizerischen Netzen allerdings bislang nicht nutzbare - Visual-Radio-Funktion verfügt. Ferner gibt es den Real Player, einen Movie Player und einen Flash Player für die verschiedenen unterstützten Audio- und Videoformate, Animationen und Spiele.

In den UMTS-Netzen können auch Videotelefonate geführt werden. Dafür verfügt das Handy über eine zusätzliche Digitalkamera auf der Vorderseite. Diese Kamera bietet nur VGA-Auflösung. Das ist für die Telefongespräche mit Begleitbild allerdings auch völlig ausreichend.

Daten-Synchronisation mit PC-Suite

Wer nicht die RoadSync-Software nutzt, um Daten direkt mit einem Exchange-Server zu synchronisieren, kann seinen Terminkalender und die Kontakte auch über die von Nokia mitgelieferte PC-Suite mit einem Computer abgleichen.

Das funktioniert ähnlich zuverlässig wie bei früheren Symbian-Smartphones des finnischen Herstellers. Nachteil gegenüber Windows Mobile ist nach wie vor die fehlende Möglichkeit der Synchronisation in Echtzeit. Man hat die Wahl zwischen manuellem Datenabgleich auf Knopfdruck und der Synchronisation in bestimmten Zeitintervallen.

Schwachpunkte Schiebemechanismus und Tastatur

Negativ fiel im Dauerbetrieb des Smartphones der Schiebemechanismus auf, mit dem die Tastatur zum Vorschein kommt. Dieser kann auch zur Entgegennahme von Gesprächen genutzt werden. Der Mechanismus ist ziemlich locker, so dass man ein Telefonat teilweise schon unbeabsichtigt annimmt, wenn man das Handy aus der Hosentasche zieht.

Auch die Tastatur machte im teltarif-Test keinen sehr guten Eindruck. Die Tasten sind klein, liegen zu nah beieinander und haben keinen eindeutigen Druckpunkt, was die Eingabe vor allem längerer Texte erschwert. Gut ist dagegen die Akku-Laufzeit, auch wenn die vom Hersteller genannten drei Stunden Sprechzeit und acht Tage Standby-Zeit im Test nicht ganz erreicht wurden.

Stromstecker nicht kompatibel

Für Nutzer mehrerer Nokia-Handys zunächst negativ ist die im N80 genutzte neue Norm für den Stromstecker. Allerdings liefert der Hersteller einen Adapter mit, der es ermöglicht, das neue Telefon auch mit einem älteren Ladekabel aufzuladen.

Auch die Akkus selbst sind nicht mit früheren Symbian-Handys wie dem Nokia 6600, 6630 oder 6680 kompatibel, so dass diese nicht untereinander ausgetauscht werden können.

Fazit:

Wer mit den genannten Schwächen leben kann, bekommt mit dem Nokia N80 ein gutes Smartphone, das im Leistungsumfang gegenüber den Vorgängern nochmals erweitert wurde. Die Software läuft schnell und flüssig. Lediglich beim parallelen Betrieb mehrerer Applikationen gibt es Probleme. Im Extremfall stürzt das Handy ab und bootet neu. Man kann allerdings davon ausgehen, dass Nokia diese Unzulänglichkeiten noch durch Software-Updates beheben wird.

Der Hersteller empfiehlt für das N80 einen Verkaufspreis von 1'100 Franken. In freien Handel findet man das Gerät ohne Vertrag aber inzwischen auch schon für unter 800 Franken. Die Netzbetreiber haben das Telefon noch nicht im Angebot. Im freien Handel ist das N80 aber auch schon subventioniert in Verbindung mit dem Abschluss oder der Verlängerung eines Laufzeitvertrags erhältlich.

(Markus Weidner/teltarif.ch)

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