Apple blockt Prostitution über Siri
publiziert: Mittwoch, 31. Okt 2012 / 21:59 Uhr
Wer entscheidet über die Inhalte? (Symbolbild)
Wer entscheidet über die Inhalte? (Symbolbild)

Die Apple-Software «Siri», die Chinesen zu Prostituierten geleitet hat, wurde nun aktualisiert.

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Die Nutzer bemerkten, dass der Stimmenassistent der Software auf Fragen über die Ortschaft von Prostituierten und Escortdamen eine Liste mit den nächsten Lokalitäten anbot. Ursprünglich wurde Siri jedoch für das rasche Auffinden von Restaurants entwickelt. Informationen über Escort-Services wurden nun von Apple geblockt, da diese in China illegal sind. Doch nicht nur diese Funktion, sondern auch gewaltbezogene Sucheingaben wurden deaktiviert. So können unter anderem Geschäfte für Schusswaffen nicht mehr über die Software aufgefunden werden, berichtet China Daily.

Gesellschaft bestimmt Content

«Diese Arten von Services werden grundsätzlich indirekt durch Technologie befördert», sagt Helmut Lehner, Geschäftsführer von brightroom innovation. Allgemein würde auch die Anonymität mithilfe mobiler Technologie unterstützt. «In diesem Fall spielt jedoch der gesellschaftliche Faktor eine bedeutende Rolle», so der Software-Experte.

Diesbezüglich käme es darauf an, wann ein Content schädlich für eine Gesellschaft ist und wie dieser unterbunden werden könne. Es sei jedoch diffizil, den Anfang und das Ende der Entscheidungsleiter über unerwünschte Software festzulegen. Laut dem Fachmann stellt sich die Frage, wer diese Entscheidung tragen soll und inwieweit die persönliche Freiheit durch ein Verbot eingeschränkt wird.

Illegale oder unerwünschte Inhalte müssten in weiterer Folge von Netzbetreibern selbst geblockt werden. «Technologiefirmen wie Apple sind jedoch nicht verpflichtet, über den landesgebundenen Zugang solcher Programme zu entscheiden. Es ist fast unmöglich, eine Software für bestimmte Länder unterschiedlich zu entwickeln», so der Spezialist.

Kontrolle durch «Black and White List»

Laut Lehner soll jeder Netzbetreiber eine sogenannte «Black and White List» anbieten, um schädliche Inhalte automatisch zu sperren. Diese sollen nach persönlichem Selektieren verhindern, dass der Zugang zu kritischem Content gar nicht erst gewährleistet wird.

Ein Mensch müsse selbst entscheiden, welche Themen für ihn interessant sind und welche nicht. «Es gibt jedoch auch Gegenstände wie zum Beispiel Kinderpornographie, die gar nicht erst zugänglich für die Öffentlichkeit gemacht werden sollten», schliesst der Fachmann ab.

(bert/pte)

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