Android wird zum Linux-Zugpferd
publiziert: Mittwoch, 4. Mrz 2009 / 23:27 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 5. Mrz 2009 / 06:55 Uhr

Taipeh - Googles Smartphone-Betriebssystem Android setzt nicht nur zum Sprung auf Netbooks an, sondern hat das Potenzial, damit ein echtes Zugpferd für Linux im Massenmarkt zu werden. Diese Ansicht vertritt ein Analyst der Daiwa Securities Group.

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«Ohne wirklich starke Unterstützung ist Linux nur eine Nischenplattform. Jetzt, mit Googles Unterstützung, hat Android bessere Chancen, Microsoft Nutzer abspenstig zu machen», sagt Calvin Huang gegenüber ZDNet Asia.

Die Kombination der Unterstützung eines grossen Herstellers mit dem Kostenvorteil einer Open-Source-Lizenz könne Android zum Microsoft-Killer machen, so der Analyst.

Günstige Alternative

Erst kürzlich hat Asus Interesse und Android für Netbooks bekundet, nachdem Tüftler gezeigt hatten, dass die Linux-Variante auch für Netbooks geeignet ist.

Gerade die wirtschaftliche Krisenlage dürfte Gerätehersteller zu Android treiben, so Huang. «Die Lizenzkosten spielen eine grosse Rolle und Hersteller mögen es nicht, von Microsoft belastet zu werden. Ein Android-Netbook wird eindeutig weniger kosten als eines mit Windows», betont der Analyst.

Neben dem Kostenfaktor sieht er als Vorteil von Android, dass ein Betriebssystem mit starkem Anbieter-Rückhalt wahrscheinlich einen besseren Hardware-Support bieten dürfte.

Lange Gewöhnungsphase

Es wird sich allerdings erst weisen müssen, ob Android auf Netbooks auch die Akzeptanz der breiten Usermasse gewinnen kann. In diesem Bereich hatten andere Linux-Varianten im Netbook-Segment durchaus zu kämpfen.

Im Oktober 2008 beispielsweise gab Andy Tung, MSI Director of US Sales, gegenüber dem Laptop Magazine an, dass die Rücklaufquote bei Wind-Netbooks mit Linux mindestens viermal so hoch sei wie bei jenen mit Windows XP.

Auch andere Anbieter, darunter mit Canonical das Unternehmen hinter Ubuntu-Linux, haben von ähnlichen Erfahrungen berichtet. Allerdings könnte der Durchbruch eine Frage der Zeit sein.

«Nutzer müssen sich erst an ein anderes Betriebssystem als Windows gewöhnen. Microsoft wird für zwei oder drei Jahre keine Probleme haben», glaubt Huang. Dann aber werde Google zum ernsthaften Herausforderer für Microsofts Dominanz avanciert sein.

Kein echtes Open-Source

Dass Android eine gewisse Zugpferd-Wirkung für Linux haben könnte, glaubt auch Phillip Reisner, technischer Geschäftsführer bei LINBIT. «Allerdings ist Android nicht Linux, wie wir es im täglichen Sprachgebrauch verwenden», betont er. Damit sei normalerweise GNU/Linux gemeint, das sich in seinen Komponenten relativ deutlich vom Smartphone-orientierten Android-Linux unterscheidet.

Ausserdem betont er die bedingte Offenheit der Android-Plattform. «Android selbst kommt zwar unter einer Open-Source-Lizenz zu den Geräteherstellern», sagt Reisner. Aufgrund der Art der Lizenz entstehen aber praktisch «geschlossene» Geräte, was unter anderem Raubkopien von kostenpflichtigen Anwendungen aus dem Android Market verhindern soll.

«Leider bleiben dabei die Vorteile einer Open Source Plattform auf der Strecke», erklärt der Linux-Verfechter. Denn Entwickler haben zwar Zugang zum Quellcode, können auf den Geräten aber nicht einfach modifizierte Varianten installieren.

Ein spezielles Developer-G1, wo das doch möglich ist, ist dafür vom Anwendungsmarkt ausgeschlossen. «Für mich als Anhänger Freier Software ist aber genau dieses Gerät interessant», so Reisner abschliessend.

(bert/pte)

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